Guthaus&Park


Gutshaus Ramin - Geschichte

Ramin war eine slawische Siedlung, die vermutlich zur Zeit der Völkerwanderung entstand. Schriftlich wurde Ramin zum ersten Mal vor mehr als 800 Jahren erwähnt. Eine sehr detailgetreu sanierte Feldsteinkirche aus dem 13. Jahrhundert prägt das Dorfbild. Im Jahre 1750 baute die Ritterfamilie von Ramin das Gutshaus, um ein großes landwirtschaftliches Anwesen in den folgenden Jahren zu entwickeln und zu etablieren.
Der barocke Park war schon Anfang des 19. Jahrhunderts eine Perle des Gartenbaus im Großraum Stettin.

Nachdem von Ramins den Gutshof verkauften, kam er als Erbstück Herrn Prof. Friedrich-Wilhelm Semmler zugute. Er war zwar Wissenschaftler (Chemiker), aber gleichzeitig überzeugter Landwirt. Er hat alles umgebaut und modernisiert, neue Technologien eingeführt und sich sozial engagiert. Leider ist er bei der großen Krise (1929) mit seiner vom Tabakanbau geprägten Landwirtschaft Bankrott gegangen und kurz danach (1931) verstorben. Sein Grab befindet sich noch heute auf dem Raminer Friedhof.

Im Jahre 1930 wurde der Gutshof von der Deutschen Gesellschaft für Innere Kolonisation aufgekauft und in 68 Stücke zerteilt, die dann an die neuen Siedler aus den dichter bewohnten Regionen verteilt wurden.

In der Nazizeit wurde das Gutshaus zur HJ-Gebietsleiterschule umfunktioniert und erhielt den Namen „Haus Mallon“.

Von 1945 bis 1947 diente das Haus als vorläufiger Wohnraum für mehrere Flüchtlingsfamilien.

Danach gründete man dort die Landwirtschaftsschule, in der bis 1969 viele SchülerInnen in drei Fächern ausgebildet wurden. Im Haus (außer Klassenzimmer und großem Speisesaal) gab es noch Wohnungen für 3 Lehrerfamilien.

Ab 1969 wurde das Gutshaus nochmals umfunktioniert, diesmal zu einem Kinderheim, das bis 2003 betrieben wurde. Im Jahre 1992 baute der Träger den Dachboden aus, wodurch die Ursprungsform des Gebäudes wesentlich beeinträchtigt wurde.

Der Landkreis Uecker-Randow verkaufte das Objekt an private Investoren aus Nordrhein-Westfalen. Leider stand es 5 Jahre lang leer, da die neuen Eigentümer keine Sanierungs- bzw. Wartungsaktivitäten unternahmen.

2008 kauften Frau Grenke und Herr Orlowski das Gutshaus mit der Absicht ein möglichst interessantes und sinnvolles Nutzungskonzept zu entwickeln.

Trotz der abwechslungsreichen Geschichte, mehrfachen Umbaumaßnahmen und Grundstücksteilungen blieb das Gesamtbild des historischen Gutshofes gut erkennbar. Sowohl die gut erhaltenen Stallgebäude, der Brennerhof, der Speicher als auch das Gutshaus samt Park sowie kleinere Elemente wie die Lindenallee bei der Einfahrt lassen die alte Dorf- und Gutshofstruktur erahnen. Nur die Eigentumsverhältnisse sind neu.


Park

Da die Parkanlage in den letzten Jahrzehnten nicht gepflegt wurde, befindet sie sich in einem urwüchsigen Zustand.


Einige Zahlen zum Park

  •     nicht öffentlich / Zugang auf Anfrage
  •     angelegt ca. 1751
  •     7,5 ha
  •     See mit künstlichen Inseln und einer Fläche von circa 3500m² sowie Zu- und Ablauf durch kleine Bäche mit Brückenführung und Wehr
  •     terrassenförmig abgestufte Wiese zum See


Pflege-, Entwicklungs- und Gestaltungsplan - Ermittlung des Ursprungszustands

Im Rahmen ihrer Bachelorarbeit haben Christoph Linde und Martin Rosenberger eine umfangreiche Analyse und Konzeption des Parks erstellt (Studiengang Landschaftsarchitektur an der Hochschule Neubrandenburg, Sommersemester 2010 unter der Betreuung von Prof. T. Oyen).

Die Grafik wurde der Bachelorarbeit "Pflege-, Entwicklungs- und Gestaltungsplan - Ermittlung des Ursprungszustands" von C. Linde und M. Rosenberger entnommen
Die Grafik wurde der Bachelorarbeit "Pflege-, Entwicklungs- und Gestaltungsplan - Ermittlung des Ursprungszustands" von C. Linde und M. Rosenberger entnommen